Das ABC-Modell von Albert Ellis

Mario LembergerMethoden & Impulse

Kurz gesagt

Das ABC-Modell von Albert Ellis erklärt, warum Menschen auf ähnliche Situationen unterschiedlich reagieren: Nicht das Ereignis (A) bestimmt unsere Gefühle, sondern unsere Bewertung (B). Daraus folgen Gefühle und Verhalten (C). Wer seine Glaubenssätze erkennt und hinterfragt, kann seine emotionalen Reaktionen beeinflussen.

Warum reagieren Menschen so unterschiedlich?

Hast du dich jemals gefragt, warum manche Menschen in ähnlichen Situationen unterschiedlich reagieren? Warum einer ruhig bleibt, während ein anderer wütend oder traurig wird?

Der Psychologe Albert Ellis hat genau das untersucht. Er hat ein einfaches, aber kraftvolles Modell entwickelt, das erklärt, wie unsere Gedanken unsere Emotionen beeinflussen: das ABC-Modell.

Was ist das ABC-Modell?

Das ABC-Modell wurde von Albert Ellis im Rahmen der Rational-Emotiven Verhaltenstherapie (REVT) entwickelt. Es zeigt: Nicht die Ereignisse selbst bestimmen unsere Gefühle, sondern die Art und Weise, wie wir über sie denken.

Die drei Elemente des Modells

A – Activating Event

Das auslösende Ereignis: die Situation, die eine emotionale Reaktion auslöst.

Zum Beispiel: „Mein Chef hat meine Arbeit kritisiert.“

B – Beliefs

Die Glaubenssätze: Überzeugungen, Gedanken oder Interpretationen, die wir in Bezug auf das Ereignis haben.

Zum Beispiel: „Ich bin nicht gut genug“ oder „Mein Chef ist unfair.“

C – Consequences

Die Konsequenzen: emotionale und verhaltensbezogene Reaktionen, die aus unseren Überzeugungen resultieren.

Zum Beispiel: „Ich fühle mich niedergeschlagen“ oder „Ich ziehe mich zurück.“

Schema des ABC-Modells: Ereignis (A) führt über die Bewertung (B) zur Konsequenz (C); Veränderung setzt bei B an
Das ABC-Modell: Ein Ereignis (A) wird bewertet (B), daraus entstehen Gefühle und Verhalten (C). Verändern lässt sich vor allem B.

Warum ist das wichtig?

Unsere Emotionen und Reaktionen werden nicht direkt durch das Ereignis (A) verursacht, sondern durch die Art und Weise, wie wir über das Ereignis denken (B).

Das bedeutet: Wir können unsere Emotionen beeinflussen, indem wir unsere Gedanken ändern.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Beispiel

A – Ereignis: Du bekommst kritisches Feedback bei der Arbeit.

B – Glaubenssatz: „Ich werde nie erfolgreich sein.“

C – Konsequenz: Du fühlst dich entmutigt und vermeidest es, neue Aufgaben zu übernehmen.

Entwickelst du jedoch einen rationaleren Glaubenssatz, zum Beispiel „Feedback hilft mir, besser zu werden“, könntest du dich stattdessen motiviert fühlen, an deinen Fähigkeiten zu arbeiten.

Wie du das ABC-Modell im Alltag nutzen kannst

  1. Erkenne deine Glaubenssätze

    Achte darauf, welche Gedanken dir in stressigen oder emotionalen Situationen durch den Kopf gehen.

  2. Hinterfrage deine Überzeugungen

    Sind sie logisch, hilfreich oder realistisch?

  3. Ersetze ungesunde Glaubenssätze

    Finde alternative, positive oder realistische Interpretationen der Situation.

Tipp

Wie du Gedanken Schritt für Schritt überprüfst, liest du im Artikel Kognitive Umstrukturierung.

Fazit

Das ABC-Modell von Ellis ist ein einfaches, aber wirkungsvolles Werkzeug, um die Verbindung zwischen Gedanken, Gefühlen und Verhalten zu verstehen.

Wir haben Kontrolle über unsere emotionalen Reaktionen. Nicht, indem wir die Welt ändern, sondern indem wir ändern, wie wir sie wahrnehmen.

Mario Lemberger

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Häufige Fragen

Wofür stehen A, B und C im ABC-Modell?

A steht für das auslösende Ereignis (Activating Event), B für die Glaubenssätze und Interpretationen (Beliefs) und C für die Konsequenzen (Consequences), also die emotionalen und verhaltensbezogenen Reaktionen.

Von wem stammt das ABC-Modell?

Vom Psychologen Albert Ellis. Er hat es im Rahmen der Rational-Emotiven Verhaltenstherapie (REVT) entwickelt.

Kann ich meine Gefühle wirklich beeinflussen?

Nach dem ABC-Modell entstehen Gefühle nicht direkt aus dem Ereignis, sondern aus der Art, wie wir darüber denken. Wenn du deine Glaubenssätze erkennst, hinterfragst und durch realistischere Interpretationen ersetzt, verändern sich auch Gefühle und Verhalten.

Wie nutze ich das ABC-Modell im Alltag?

In drei Schritten: Erkenne, welche Gedanken dir in stressigen Situationen durch den Kopf gehen. Hinterfrage, ob sie logisch, hilfreich oder realistisch sind. Ersetze ungesunde Glaubenssätze durch alternative, realistische Interpretationen.

Büchervorschläge

Buchcover, Kognitive Umstrukturierung

Kognitive Umstrukturierung: Techniken der Verhaltenstherapie.

Quellen & weiterführende Literatur

  • Ellis, A. (1962): Reason and Emotion in Psychotherapy. Lyle Stuart.
  • Beck, A. T. (1976): Cognitive Therapy and the Emotional Disorders. International Universities Press.
  • Kognitive Umstrukturierung: Techniken der Verhaltenstherapie (siehe Büchervorschlag).